Rotes Antiquariat
Rungestraße 20
10179 Berlin
Tel. 030-27 59 35 00
Deutsch | English

Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst (Hg.):

Jahresmappe der Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst in Wien. 1926, 1927, 1928, 1929, 1930, 1931.

Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst, Wien., 1926-1931.
17 Bll., Imperial, illustr. Orig.-Brosch.

VIE5466

6 Mappen mit 17 [von 18] Original-Graphiken. - Mappe 1926: Franz Hofer, Anbetung der Hirten, Original-Radierung, Karl Sterrer, Weiblicher Akt, Original-Radierung, Oskar Stössel, Baumstudie, Original-Radierung. Franz Hofer, Maler und Graphiker (1885-1915). Erlernte in Graz die Lithographie und ging dann auf Wanderschaft. In Dresden besuchte er Abendzeichenkurse, Akademieübungen und studierte später drei Jahre in Graz bei A. Schrötter. Seit 1909 an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei A. Delug und in der Radierschule F. Schmutzer, dessen begabtester Schüler er war. Vor allem fesselten ihn Szenen und Gestalten aus dem bäuerlichen slowenischen Leben sowie aus den unteren Volksschichten, einsame Landschaftsstimmungen (besonders aus Laab bei Malaczka) und religiöse Motive. Sein Werk entstand 1910?14 und umfasst 63 Radierungen. Karl Sterrer (1885-1972) war ein österreichischer Maler und Grafiker und Sohn des Bildhauers Karl Sterrer (1844?1918). Er absolvierte die Akademie der bildenden Künste Wien bei Alois Delug und Christian Griepenkerl, dessen Rektor er später (1937-38) wurde. Ab 1911 war er Mitglied des Wiener Künstlerhauses (bis 1931) und erhielt 1914 den Kaiserpreis. Karl Sterrer war der einzige Beschäftigte der Akademie der bildenden Künste, der zweimal dienstenthoben wurde. Nach der Absetzung als Rektor 1938 bemühte sich Sterrer, in die NSDAP aufgenommen zu werden, was ihm erst 1940 gelang. Danach engagierte er sich als Nationalsozialist und trat auch aus der katholischen Kirche aus. 1938/39 porträtierte er Adolf Hitler. Ab 1946 wandte sich Sterrer wieder verstärkt religiösen Themen zu. 1957 wurde ihm der Große Österreichische Staatspreis für Bildende Kunst verliehen. Oskar Stössel (1879-1964) war ein österreichischer Maler und Grafiker, studierte Malerei in Graz, bei Constantin Damianos, Leo Diet und Alfred Schrötter von Kristelli. In dieser Zeit war er auch in der Jüdisch-Akademischen Verbindung Charitas aktiv. Ab 1919 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er sich von Ferdinand Schmutzer in der Technik der Radierung ausbilden ließ. Durch Kontakte über seinen Bruder Ludwig Stössel, bekannter Schauspieler, schuf er sich mit Porträtradierungen künstlerische Anerkennung. Mit seinen Landschaften konnte profilierte er sich international. 1938 musste er vor dem nationalsozialistischen Regime aus Österreich in die USA flüchten, seine Kunst wurde als ?entartet? bezeichnet. Nach dem Krieg genoss sein Werk kaum mehr Aufmerksamkeit, erst im 21. Jahrhundert änderte sich das. Im Exil war er Gründungsmitglied der ?Austrian Action? in New York, die sich als österreichische Organisation am Kampf gegen Hitlerdeutschland beteiligte. - Mappe 1927: Arthur Brusenbauch, Mein Bub, Original-Lithographie, Switbert Lobisser, Gang Marias über das Gebirge, Original-Holzschnitt, Marie Rollé, Arve am Gletscher, Farbiger Original-Holzschnitt. Arthur Brusenbauch (1881 ? 1957) war österreichischer Maler und Grafiker. Er lernte zunächst Bühnendekorationsmalerei bei Johann Kautsky und führte später einige Zeit diesen Beruf aus. Er studierte er an der Staatsgewerbeschule in Wien und von 1910-1915 und von 1918-1920 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei den Prof. Rudolf Jettmar und Prof. Rudolf Bacher. Neben seiner Mitgliedschaft in der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs war Arthur Brusenbauch ab 1916 Mitglied des Albrecht-Dürer-Bundes, einer kulturpolitischen Vereinigung, die in Dresden gegründet von 1902 bis 1935 bestand. Von 1920-1939 war Arthur Brusenbauch Mitglied der Secession und ab 1939 des Künstlerhaus. Switbert Lobisser (1878-1943) war ein österreichischer Benediktinermönch, Maler und Holzschneider. Er besuchte das bischöfliche Knabenseminar in Klagenfurt und trat 1899 in das Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal ein. Nach zweijährigem Studienaufenthalt in Rom folgte Priesterweihe in St. Paul, dann 1904-1908 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien. In den 30er Jahren und danach der Inbegriff des Kärntner ?Heimatmalers?, beliebt sowohl beim Bürgertum, als auch im einfachen Volk. Seine Begeisterung für die deutschnationale Ideologie in den 30er und 40er Jahren wiegt schwer an seinem künstlerischen Erbe. Marie Rollé (1865-1942) war französische Graphikerin. - Mappe 1928: Roland Strasser, Leogong-Tänzerin (Bali), Original-Lithographie, Josef Seger, Alte Lärche, Original-Holzschnitt, Otto Straeche, Notre Dame in Paris, Original-Radierung. Roland Strasser (1892-1974) war ein österreichischer Maler und Grafiker. Strasser war der Sohn des Bildhauers und Malers Arthur Strasser, er studierte zunächst an der Wiener Akademie bei Jungwirth; in den Jahren von 1911 bis 1915 an der Münchner Akademie, bei Angelo Jank. Über sein Frühwerk ist wenig bekannt. Wie sein älterer Bruder Benjamin Strasser, der ebenfalls Malerei und Grafik erlernte, konnte er während des Ersten Weltkriegs einen Posten als Kriegsmaler in der Kunstgruppe des k.u.k. Kriegspressequartiers ergattern. Josef Seger (* 12. Juni 1908 in Karlsthal in Schlesien; ? 3. Mai 1998 in Mödling) war Grafiker und Maler, und als dieser Schöpfer zahlreicher Geldnoten und Briefmarken. Er konnte trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten seiner Familie zur Förderung seiner zeichnerischen Begabung die Grafische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien besuchen. Schon nach einem Jahr, wo er eine Spezialausbildung in grafischen Techniken, Holzschnitt, Radierung und Kupferstich u.a. bei Alfred Cossmann absolvierte, konnte er an die Akademie der bildenden Künste wechseln, wo er direkt in die Meisterschule aufgenommen wurde. Bekannt sind vor allem seine Motive, die er für Schillingbanknoten und Reichsmark gestaltete. Auch Liechtensteiner Briefmarken wurden von ihm erstellt. - Mappe 1929: Robert Aigner, Die Kartenspieler, Original-Lithographie, Friedrich Ritschel, Flusslandschaft, Original-Radierung. Robert Aigner (1901-1966). Er studierte an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und 1925-1928 an der Kunstgewerbeschule, dann an der Akademie der bildende Künste; beteiligte sich ab 1930 an Ausstellungen des Künstlerhauses. Schuf in Wien ein Fresko im Keller einer Gaststätte (1, Kärntner Straße 61) und Mosaiken an Wohnhausfassaden: 3, Sebastianplatz 5 (1955, ´Scharlachrennen´); 11, Geiselbergstraße 80; 23, Maurer Hauptplatz. - Mappe 1930: Emma Bormann, Am Bosporus, Farbiger Original-Linolschnitt, Joseph Prokop, Muttergottes im Wald, Original-Linolschnitt, Pepi Weixlgärtner, Kleines Bauernmädchen, Original-Radierung. Emma Bormann (* 29. Juni 1887 in Döbling bei Wien; ? 28. Dezember 1974 in Riverside (USA)) war eine österreichische Malerin und Graphikerin. Sie lebte fast dreißig Jahre in Ostasien und in den USA. Sie studierte 1912-1917 an der Universität Wien, nahm 1913 teil an der IV. Wiener Universitätsreise nach Sizilien und Tunesien, wo sie den Künstler Oskar Laske bei der Arbeit hat beobachten können, und promovierte 1917 zum Dr. phil. mit den Hauptfächern Germanistik und Archäologie. Zeitgleich besuchte sie von 1912 bis 1916 die Wiener Graphische Lehr- und Versuchsanstalt bei Ludwig Michalek. 1917/18 belegte sie für ein Semester an der Kunstgewerbeschule München den Lehrgang für grafische Techniken. Danach wurde Bormann 1918 zunächst Lehrerin an den Privaten Lehrwerkstätten für grafische Techniken in München. 1918 entstand ihr erster Holzschnitt, und der Holzschnitt wurde zu ihrem beliebtesten Ausdrucksmittel. 1920 stellte sie zum ersten Mal im Künstlerhaus in Wien aus. Von 1920 bis 1923 war sie erneut zur Weiterbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, nun bei Alfred Cossmann. Pepi Weixlgärtner (* 19. Jänner 1886 in Wien als Josefine Neutra; ? 30. Juni 1981 in Göteborg) war eine österreichisch-schwedische Bildhauerin und Grafikerin. Sie studierte von 1905 bis 1911 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Anton Hanak, Anton von Kenner und Bertold Löffler. 1911 heiratete sie den Kunsthistoriker Arpad Weixlgärtner. Aufgrund ihrer Ehe mit einem ?Arier? und weil sich namhafte NS-Kunsthistoriker wie Hans Sedlmayr für sie einsetzten, überlebte die Jüdin die Zeit des Nationalsozialismus in Wien. 1945 wurden Wohnung und Atelier durch einen vermutlich von Nazis gelegten Brand zerstört und die Familie verlor ihr ganzes Hab und Gut. Auf Einladung von König Gustav VI. Adolf zogen sie daraufhin nach Schweden, wo ihre Tochter bereits seit 1939 lebte und Arpad Weixlgärtner an verschiedenen Universitäten Kunstgeschichte lehrte. - Mappe 1931: Josef Fend, Winter, Original-Holzschnitt, Robert Pajer-Gartegen, Ruhe am See, Original-Holzschnitt, Albert Reuss, Porträtstudie, Original-Lithographie. Robert Pajer(-Gartegen) (1886-1944) Maler und Graphiker. Sie besuchte nach dem Jusstudium eine Wiener. Malschule und hatte Kontakt zu den Künstlern der Kunstschau, besonders zu M. Oppenheimer und Kokoschka. Ab 1911 war er als Holzschneider tätig. 1922 Mitglied des Hagenbundes. Er entwickelte in seinen Holzschnitten vorgebildete Anlage strenger und klarer Formgestaltung weiter und geriet in der Farbgebung in die Nähe der ?Neuen Sachlichkeit?, welche er in den Landschaftsbildern vom Donaukanal vollends erreichte. Albert Reuss (1889-1975) war ein österreichisch-englischer Maler, Bildhauer und Zeichner, der 1938 wegen des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich nach England emigrierte. In den letzten Jahren erfuhren seine Arbeiten im Rahmen der Beschäftigung mit der Kunst der Verschollenen Generation eine neue Aufmerksamkeit. - Ohne den Linolschnitt von Norbertine Bresslern-Roth in Mappe 1929. - Mit Randläsuren, teilweise gelockert und lichtbedingt verfärbt.

EUR 1.500,00

(inkl. der jeweils gültigen gesetzlichen Mwst)
Rotes Antiquariat C. Bartsch, Rungestr. 20, 10179 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 - 27 59 35 00, Fax: +49 (0) 30 - 27 59 35 02
Steuer-Nr. 34/217/58303, Umsatzsteuer-ID: DE 196559745
Bezirksamt Kreuzberg von...
Jahresbericht 1949.

KNE22457

EUR 10.00
Summe
EUR 10,00
(inkl. gesetzlicher Mwst)

AKTUELL