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Corps législatif / Conseil des anciens (Hg.).

Extrait du Procés-Verbal des Séances du Conseil des anciens. Du 29 floréal, an 4 de la République francaise [Auszug aus den Protokollen der Sitzungen des Rates der Ältesten. Nachricht].

o. V., [Paris]., [1796].
34 S., 8°, Priv.-Broschur.

BER61131

In der dritten Phase der Französischen Revolution, der sog. Direktorialzeit von 1795 bis 1799, behauptete eine von besitzbürgerlichen Interessen bestimmte politische Führung die Macht einerseits gegen die Volksinitiativen für soziale Gleichheit und gegen monarchistische Restaurationsbestrebungen andererseits. Die vom Konvent am 22. August 1795 beschlossene, nach einer Volksabstimmung am 23. September in Kraft gesetzte neue Verfassung, etablierte in Frankreich ein Zweikammersystem. Zunächst bestand ein ?Rat der 500?, der die Gesetzesinitiative ausübte ? und ein 250 Mitglieder umfassender ?Rat der Alten? (vorbehalten den über 40-Jährigen im Unterschied zu den mindestens 30-Jährigen im ?Rat der 500?). Dessen Zustimmung war zur Ratifizierung von Gesetzesvorlagen erforderlich. Der ?Rat der Alten? wählte aufgrund einer Vorschlagsliste des ?Rates der 500? ein aus fünf Mitgliedern bestehendes Direktorium, das die Exekutive bildete und die Minister der einzelnen Ressorts bestimmte. Um die Fortdauer der neuen Machtverhältnisse zu sichern, hatte der Konvent in einer Zusatzbestimmung festgelegt, dass zwei Drittel der neuen Abgeordneten aus den Reihen der bisherigen Volksvertreter stammen mussten. Die radikaldemokratische Opposition, organisiert von François Noël Babeuf, der seinerseits Neujakobiner und Frühsozialisten in einer ?Verschwörung für die Gleichheit? um sich scharte, bereitete einen neuen Volksaufstand gegen das neu eingesetzte Direktorium vor. Mit dem ?Manifest der Plebejer? präsentierte Babeuf ein den Thermidorianern fundamental entgegengesetztes Gesellschaftskonzept, welches eine sozialistische Gütergemeinschaft beinhaltete. Vorgesehen war ein für alle Bürger geltendes Recht auf Arbeit ebenso wie die Pflicht zur Arbeit. Darüber hinaus dachte Babeuf an eine gemeinschaftliche Arbeitsorganisation und Verfügung über die Arbeitsprodukte. Unmittelbar vor der geplanten Erhebung, die angeblich auf den 22. Floréal 4 (11. Mai 1796) angesetzt war, wurden Babeuf und die führenden Mitverschwörer am 10. Mai 1796 verhaftet, er selbst nach mehrmonatiger Untersuchungshaft und Prozess ein Jahr später zum Tode verurteilt. Das vorliegende Dokument protokolliert die wesentlichen Dokumente der Affäre. Darunter ein Brief Babeufs an das exekutive Direktorium vom 23 Floréal 4 (S. 2-6) sowie verschiedene Eingaben des Ministers der Polizei, Cochon, den geplanten Aufstand der Verschwörer betreffend. Das Protokoll erschien am 29. Tag des Monats Floréal (nach dem im September 1792 inaugurierten Revolutionskalender der Monat der ?Blume?, der vom 20. April bis zum 19. Mai dauerte), während das Erscheinungsjahr 4 auf das vierte Jahr der französischen Republik, also 1796, verweist. Bei dem vorliegenden Protokoll handelt es sich um ein Schlüsseldokument aus der dritten Phase der französischen Revolution, welches als Original nur noch in wenigen Exemplaren existiert. In Schutzumschlag eingefügte Broschüre mit Randläsuren u. Knickspuren. Stockfleckig.

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