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Arbeitertheater-Verlag Alfred Jahn:

Konvolut aus ca. 120 Titeln.

Alfred Jahn, Leipzig., [1912-1933.]
je ca. 30 S., Kl.-8°, illustr. Orig.-Umschläge u. -Broschuren.

KNE40579

Das Konvolut besteht von ca. 120 Titeln diverser Reihen des Alfred Jahn Verlags, das entspricht einem guten Drittel der Verlagswerke; der Literatur sind 365 Werke inkl. Musikalien bekannt (vgl. Wolfgang Schütte, Linke Verlage im Leipzig der Weimarer Republik, in: Marginalien 53, 1974, S. 36). Es liegen Titel der folgenden Reihen vor: Arbeiter-Festgedichte und -Prologe; Arbeiter-Jugend-Bühne; Arbeiter-Kinder-Bühne; Arbeiter-Sport-Bühne; Arbeiter-Sprech-Chor; Bühnenwerke; Der Rote Kasper; Lustige Bühne; Mehrakter; Narrenspiele; Neue Arbeiter-Bühne; Neue Märchen-Bühne; Neue Mai-Bühne; Neue Soziale Weihnachts-Bühne; Possen, Schwänke, Satiren; Proletarisches Kabarett; Revolutionsbühne; Sonnenwend-Spiele; Soziale Lebende Bilder; Soziale Mehrakter; Soziale Singspiele; Volksspiele; Weihnachts-Bühne; Zeitbühne. Dabei sind die Reihen nicht vollständig erhalten, sondern jeweils nur einzelne Titel. - Viele der enthaltenen Titel sind als Rollenbücher vorhanden, die sich von der Normalausgabe in der Umschlaggestaltung unterscheiden. So etwa das Drama ´Verfluchter Segen´ von Bruno Schönlank, das als Rollenbuch Teil des Konvolutes ist, nicht aber als Normalausgabe mit der Umschlagillustration von Käthe Kollwitz (s. Abb. in: Wolfgang Schütte, Der rote Jahn, Leipzig 1986, S. 33). - Teils überarbeitete Textfassungen in späteren Auflagen. - Enthalten sind Werke u.a. von Lobo Frank, Fritz Jubisch, Felix Renker u. Magda Trott. - Jahn war von 1924-28 Vorsitzender des Deutschen Arbeiter-Theater-Bundes, der ein Förderer von Arbeiterlaienbühnen war. Jahn konnte es sich leisten, Autoren und Schauspieltruppen mit Vorschüssen zu unterstützen, weil seine Finanzen durch den Festartikelversand gesichert waren, den er als Haupteinnahmequelle betrieb. Diese finanzielle Stabilität bescherte Jahn einen Vorteil gegenüber anderen linken Verlagen und ermöglichten es ihm, ihre Bestände zu übernehmen, wenn sie nicht weitergeführt werden konnten. Dazu gehörten z.B. die Verlage Roter Türmer und Die Wölfe sowie die Reihe ´Hamburger Liederblatt´ des Arbeiterjugendverlages. (Vgl. Wolfgang Schütte, Der rote Jahn, S. 13.) Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten meldete Jahn die Auflösung seines Verlages und brachte die beträchtlichen Bestände in verschiedene Verstecke in Leipzig, wo sie trotz SA-Hausdurchsuchungen und der politischen Verfolgung Jahns unentdeckt blieben, ebenso wie kommunistische Artikel aus dem Versandgeschäft (vgl. Schütte, Der rote Jahn, S. 13). - Die Erhaltungszustände variieren stark. So gut wie alle Klammern sind rostig, die Umschläge meist schwach rostfleckig. Einige Hefte mit zeitgen. Stempel. Zwei Titel mit loser Umschlag-Vorderseite, ein Exemplar stark beschädigt. Einzelne Hefte sehr gut erhalten.

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