Rotes Antiquariat
Rungestraße 20
10179 Berlin
Germany
Tel. 030-27 59 35 00
Deutsch | English

Religiöse Sozialisten Österreichs (Hrsg.).

Menschheitskämpfer. Sozialistisches Monatsblatt. 6. Jg., Nr. 18.

Wien., 1932.
4 S., gefalzt., Gr.Fol.

WIE146

Das Periodika ´Menschheitskämpfer´ wurde vom 1926 gegründeten ´Bund Religiöser Sozialisten´ (BRS) herausgegeben, der bis zum Verbot 1934 aktiv war, (vgl. Halma, Christian: Altkatholiken in Österreich, Wien 2004, S. 535). Vorsitzender des BRS war Otto Bauer, der jedoch nicht mit seinem bekannten Namensverwandten und Begründer des Austromarxismus verwechselt werden darf. Beim Otto Bauer des BRS handelt es sich um einen Innsbrucker Metallarbeiter und engagierten Katholiken, der mehrerer Schriften zum Verhältnis von (sozialdemokratischer) Politik und Religion verfasste. In Abgrenzung zum Vorsitzenden der SdAPÖ wurde Bauer auch in zeitgenössischen Dokumenten als der ´kleine Otto Bauer´ bezeichnet (Universität Innsbruck: uibk.ac.at/ipoint/news/2013/sozialismus-und-apokalyptik-der-kleine-otto-bauer.html.de, 02.11.2023). Der BRS war ökumenisch ausgerichtet, und stand in einer relativ festen ideologiegeschichtlichen Tradition, die in Österreich bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zurückreicht und sowohl auf religiöser (August Schaurhofer) als auch auf sozialdemokratischer Seite (Michael Pfliegler) zu dieser Zeit schon prominente Fürsprecher*innen fand. Wegen der Vereinigung mehrerer christlicher Strömung konnte sich der BRS trotz zunehmender Widersprüche zwischen Sozialdemokratie und Kirche relativ stabil auch unter der Leitung der SdAPÖ entwickeln. (vgl. Missong, Alfred jun. [Hrsg]: Alfred Missong. Christentum und Politik in Österreich, Wien 2006, S. 232). - In der vorliegenden Nummer des ´Menschheitskämpfers´ wird der Frage des aufstrebenden Faschismus viel Platz eingeräumt. Der BRS propagiert dabei den sozialdemokratischen ´Dritten Weg´ und sieht als wichtigstes Kampfmittel gegen den Faschismus die ´geistige Eroberung der Arbeitermassen´, lehnt jedoch Gewaltanwendung kategorisch ab und kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Sozialdemokratie für ihre unklare Haltung: ´Das Schlagwort ´Gegen die Idee der Gewalt - für die Gewalt der Idee´ müßte zu einer grundsätzlichen Entscheidung der sozialistischen Bewegung werden, ohne daß ein taktisches Aber daran geknüpft wird.´ - Mehrere Notizen und Anstreichungen. Leicht fleckig, auf Seite 4 fehlt ein kleines Stück der Seite. Ansonsten sehr gut erhaltenes Exemplar.

EUR 35,00

(inkl. der jeweils gültigen gesetzlichen Mwst)
Rotes Antiquariat C. Bartsch, Rungestr. 20, 10179 Berlin, Germany
Tel.: +49 (0) 30 - 27 59 35 00, Fax: +49 (0) 30 - 27 59 35 02
Steuer-Nr. 34/217/58303, Umsatzsteuer-ID: DE 196559745
Your cart is emtpy.

NEWS