

Zech, Paul:
Maschinenschriftlicher Brief mit eigenh. Unterschrift auf persönlichem Briefpapier mit Zechs Namenssignet an Herbert Günther.
Berlin., 1929.
2 S., 28,5 x 22,3 cm.
KNE23947
Paul Zech, der in der Berlin-Anthologie von Herbert Günther mit zwei lyrischen Beiträgen vertreten ist (´Droschkenpferde´ und ´Wasserleiche´), schreibt an den Herausgeber: ´die Zurückgabe der Gedichte und des Villon habe ich eigentlich erwartet. Trotzdem muß ich Ihnen sagen, daß vom rein geschäftlichen Standpunkt aus gesehen, die Villon-Ablehnung nicht klug war.´ Paul Zechs äußerst freie Nachdichtungen der ´Balladen und lasterhaften Lieder des Herrn Francois Villon´ erschienen 1931 im Lichtenstein-Verlag in Weimar (vgl. Raabe/Hannich-B. 339.82). 1927 waren von ihm schon ´Nachdichtungen´ genannte lyrische Adaptionen von Rimbaud im Leipziger Wolkenwanderer-Verlag erschienen. Der expressionistische Arbeiterdichter Zech, der ein durchaus flexibles Verhältnis zu Urheberschaft und Eigentum hatte, wurde 1929 wegen Plagiatsvorwürfen aus dem Schutzverband deutscher Schriftsteller ausgeschlossen. In dem Brief an Günther infomiert Zech auch über die Rimbaud-Ausgabe: ´Ich habe alle Rechte und den Restbestand von dem Konkursverwalter des verkrachten Wolkenwanderer-Verlages zurück gekauft. Das Werk lagert zur Auslieferung beim Diskus-Verlag in Leipzig, Querstraße [...]. Die Auflage des Werkes betrug 3000. 2400 Exemplare waren nach der Anzeige im Börsenblatt vorbestellt.´ - Brief in der Faltung mit kleinem Randeinriss, insgesamt guter Zustand.
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