

Collectie Ontbijt op bed (Hg):
ontbijt op bed. Tydschrift voor Instant-Art. Ausgabe 8 (´Death issue´) v. 1966.
Collectie Ontbijt op bed, Maastricht., 1966.
unpag. (24 S.)., 8°, ill. OBrosch.
BER63540
´Ontbijt op Bed´ war ein Organ der niederländischen ´Provos´, einer anarchistischen, manchmal mit der ´Situationist International´ in Verbindung gebrachten Protestbewegung in den 1960er-Jahren, die durch ihre gewaltlosen Aktionen gewalttätige Reaktionen der Autoritäten hervorrief. Gegründet wurde die Gruppe am 25. Mai 1965 von dem anarchistischen Philosophen Roel van Duijn, dem Nichtraucher-Aktivisten Robert Jasper Grootveld, dem Drucker Rob Stolk und dem Erfinder Luud Schimmelpennink. Mit phantasievollen Aktionsmitteln wollten sie öffentliche Aufmerksamkeit erreichen und die sonst passiven Bürger zu individuellen, politischen Aktionen anregen. Spektakulär waren die Aktionen von ´Provo´ besonders dann, wenn diese die politische Prominenz einbezogen. In den Fokus der satirischen Attacken von ´Provo´ rückte die niederländische Monarchie und die Mitglieder des Königshauses, die als überkommene Symbole des Establishments verulkt wurden. So verbreitete die Gruppe eine gefälschte Erklärung von Königin Juliana von Oranien-Nassau, in der diese erklärte, Anarchistin geworden zu sein und die Machtübergabe an die sog. Provos vorzubereiten. Als Kommunikationsmittel der Bewegung diente zunächst die Zeitschrift ´Provo´ (abgeleitet von ´Provokation´), die von 1965 bis 1967 erschien. Darüber hinaus sind auch in einigen anderen Städten der Niederlande zwischen 1965 und 1968 verschiedene ´Provo´-Zeitschriften herausgegeben worden. Insgesamt können ungefähr 130 Ausgaben lokalisiert werden. Die Initiative zur Herausgabe des provokativ-künstlerischen-Blatts ´Ontbijt op Bed´ (Frühstück im Bett) geht auf einen Vortrag über die ´Provos´ zurück, den Roel van Duijn Anfang 1966 in Maastricht hielt. ´Ontbijt op Bed´ wurde hauptsächlich von Studenten der städtischen Jan van Eyck Academie in Maastricht zusammengestellt. Dementsprechend war die Typographie des Blatts in einem avantgardistischen Design gehalten. Beiträger waren u. a. Luuksgroep, Ger Bouwer, Hans Mol, Iris de Leeuw, Kees Slager and Kees Graaf. ´Ontbijt op bed´ brachte es auf elf Ausgaben, die von April 1966 bis Juni 1967 meist in monatlicher Folge erschienen und auch in Belgien und Deutschland verbreitet wurden. Innerhalb von ´Provo´ bildeten sich recht bald ´reformistische´ und ´revolutionäre´ Positionen heraus, die sich letztlich als unvereinbar erweisen sollten. Am 13. Mai 1967 beschlossen die Aktivisten Stolk, Grootveld und van Duijn die Auflösung der ´Provo´-Bewegung. Aus dem Umkreis von ´Provo´ ging 1969 die Kabouterbewegung hervor. Selten!
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