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Hajnal, Eugen:

Der Fall der Frau Hamburger. Mitgeteilt von Eugen Hajnal.

[Neue Erde, Wien., 1920.]
52 S., Gr.-8°, illustr. Orig.-Brosch.

VIE7745

In Fraktur. - Umschlaggestaltung von Marcel Vértes. - Eugen Hajnal, geb. 1889 als Jen? Hatschek in H?gyész, war ein ungarischer Journalist. In Ungarn arbeitete Hajnal für verschiedene Zeitungen und war Mitorganisator des ersten Journalistenstreiks 1912. Im Jahr 1918 veröffentlichte er einen vielbeachteten Bericht über das Attentat auf den ungarischen Minister-präsidenten István Tisza. Während der Asternrevolution übernahm Hajna im Auftrag des Nationalrats die Kontrolle der Post; in der Ungarischen Räterepublik schrieb er für die kommunistische Vörös Ujság (?Rote Zeitung?). Nach dem Scheitern der Räterepublik und Beginn der Horthy-Zeit emigrierte Hajnal nach Wien, wo er zahlreiche Berichte über den Weißen Terror in Ungarn veröffentlichte. Später lebte er in Paris und ab 1940 bis zu seinem Tod 1977 in New York, wo er für verschiedene linke Emigrantenzeitungen tätig war.- Der vorliegende Text behandelt ausgehend von dem Fall der Frau Hamburger sexualisierte und antisemitische Gewalt im Zuge der ungarischen Konterrevolution. Die titelgebende Frau Hamburger (geb. 1890 in Gyöngyös, ihr Vorname ist bis heute unbekannt) ist im Januar 1920 unter dem Vorwurf des angeblichen Kontakts zu Kommunist*innen in Budapest verhaftet worden. In einer eidesstattlichen Erklärung, die sie im Mai 1920 in Wien abgab, berichtete Hamburger von brutaler Folter und sexualisierter Gewalt durch Prónay-Offiziere, der sie und zwei mit ihr internierte Männer in der Kaserne von Kelenföld ausgesetzt waren. Der Fall erlangte internationale Aufmerksamkeit, insbesondere, nachdem eine Delegation der britischen Labour Party darüber berichtete. (The White Terror in Hungary: Report of the British Joint Labour Delegation to Hungary, 1920) ? Hajnal betont in seiner Darstellung des Falls insbesondere die Verbindung von antisemitischer und sexualisierter Gewalt gegen Frau Hamburger. (vgl. Emily Gioielli: ?The Many Lives of Mrs. Hamburger. Gender, Violence, and Counterrevolution, 1919?1930?, in: Jochen Böhler, Ota Konrád, Rudolf Ku?era (Hg.): In the Shadow of the Great War: Physical Violence in East-Central Europe, 1917?1923).- Der Rücken der Broschur wurde geklebt; die Blätter sind sehr fragil und mit zahlr. Läsuren, stellenweise geklebt, fleckig. Insgesamt fragiles Exemplar.

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